Für das nächste Wintergrillen:

Hagebuttenketchup „Smoked Style“

Die Hagebutte: Die meisten von uns kennen den heimischen Vitamin-Lieferanten von der kulinarischen Seite aus wohl am besten in Form von Hagebutten- oder „Hiffenmark“ in Krapfen (manche kennen es auch als Berliner, Pfannkuchen oder Kreppel), als leckeren Brotaufstrich oder als Tee – pur oder zusammen mit anderen Zutaten in diversen Früchteteemischungen. Doch es gibt noch andere Möglichkeiten, die schmackhaften und je nach Reifezustand säuerlichen bis süßen (Schein-)Früchte von (Wild-)Rosen in der Küche zu verarbeiten. Zum Beispiel zu Hagebuttenketchup.

 

Zum ersten Mal gesehen habe ich es bei Valerie von Blatt und Dorn und war schon da begeistert von der optischen Ähnlichkeit zum altbekannten Tomatenketchup. Dass es auch wirklich ganz ähnlich schmecken kann, konnte ich mir da aber noch nicht vorstellen. Doch Probieren geht über Studieren und so zog ich an Samhain (oder Halloween oder Reformationstag, je nachdem was man feiert) los, um Hagebutten zu sammeln.

 

Diese wachsen in der Nähe meines Wohnorts zum Glück en masse, sodass ich nicht lange suchen musste. Für mein Vorhaben hatte ich also schnell ein paar hundert Gramm zusammen, welche dann am nächsten Tag verarbeitet wurden. Und weil ich den Geschmack von normalem Ketchup verhältnismäßig fad finde und ich ein großer Fan von Grillsoßen mit rauchiger Note bin, ist ein Hagebuttenketchup im Smoked Style entstanden, welches ich euch im Folgenden vorstellen werde.

 

Ihr braucht:

 

300g Hagebutten

1 mittelgroße Zwiebel, fein gehackt

75g (Birken-)Zucker

90ml Apfelessig

150ml Wasser

Olivenöl

Salz, Pfeffer

Dost oder Oregano

Geräuchertes Paprikapulver

scharfes Messer & Schneidebrett

Messbecher & Topf

Pürierstab

optional: Tasse mit Wasser (zum gelegentlichen Säubern der ausgekratzten Hagebutten)

Und so wird's gemacht: 

 

Als erstes wascht ihr die Hagebutten gründlich. Danach entfernt ihr die Stielansätze und den verdorrten Rest der Blüten und schneidet die Hagebutten in zwei Hälften. Dann kratzt ihr die Kerne mit den Härchen mit der Spitze eines Messers aus. (Hinweise dazu weiter unten.)


In einem kleinen Topf erhitzt ihr nun auf mittlerer Stufe das Olivenöl und bratet die Zwiebel zusammen mit den Hagebutten kurz an. Gebt dann den Zucker, den Apfelessig und das Wasser hinzu und lasst die Mischung bei geschlossenem Deckel etwa 25 Minuten köcheln, bis die Hagebutten weich sind. Danach püriert ihr die Mischung, bis sie die gewünschte Konsistenz erreicht hat, und schmeckt das Hagebuttenketchup mit Salz, Pfeffer, Dost und dem geräucherten Paprikapulver ab, bis es euch rauchig genug ist – das ist natürlich Geschmackssache. 


Das Ketchup füllt ihr dann am besten noch heiß in gut ausgespülte, saubere und desinfizierte / ausgekochte Gläser oder Flaschen ab und verschließt diese, sobald es nicht mehr dampft.

 


 

Noch ein Hinweis zum Auskratzen der Kerne und Härchen: Ich weiß, dass sich hier die Geister scheiden, ob dies bei der Zubereitung von Mus oder in diesem Fall Ketchup notwendig ist. Denn in vielen Rezepten wird dieses sowieso durch ein Sieb passiert oder mit Pürierstab oder Mixer püriert und die Kerne und Härchen werden dadurch entweder gefiltert oder zerkleinert.

 

Fakt ist jedoch, dass die Härchen Juckreiz auslösen können und es besonders bei sensiblen Menschen auch nach dem Passieren und Filtern oder Pürieren trotzdem zu Reaktionen kommen kann, selbst wenn dadurch ein Großteil der Härchen entfernt oder zerstört wurde. Ein entscheidender Faktor sind dabei natürlich auch die Gerätschaften, die zur Verfügung stehen: Ein normaler Smoothiemaker oder Pürierstab schafft wahrscheinlich nicht denselben Püriergrad wie ein Hochleistungsmixer. Um bei anderen und mir auf Nummer sicher zu gehen, mache ich mir daher vorsichtshalber die Arbeit und entferne Kerne und Härchen – auch wenn es lange dauert.

 Denn ich möchte mich im Nachhinein nicht ärgern, sondern genießen. Und das beim Hagebuttenketchup eben besonders viel, da es so außergewöhnlich und aufwendig ist.

Ich hoffe, ihr gebt diesem besonderen Ketchup eine Chance und probiert es mal aus.

Die Mühe lohnt sich, kann ich euch sagen!

 

Viel Spaß beim Nachkochen!