Frühlings-Kraftpaket:

Bärlauch (Allium ursinum)

 Volksnamen:

Bärenlauch, Hexenzwiebel, Wald(knob)lauch

 

Pflanzenfamilie:

Narzissengewächse

 

Aussehen:

bis zu 50 cm hoch; schlanke, längliche Zwiebel; meist zwei lanzettliche bis elliptische Laubblätter, Oberseite glänzendes, dunkles Grün, Unterseite matt; sternförmig ausgebreitete, radiäre, weiße Blüten, die in einer Scheindolde stehen; lauchartiger Duft

 

Vorkommen:

in Auen- und Laubwäldern, unter Sträuchern, an Bächen; bevorzugt schattige, feuchte und humusreiche Standorte

 

Verwendbare Pflanzenteile:

Blätter, Blüten, Samen, Zwiebel

 

In der Volksheilkunde verwendbare Pflanzenteile:

Blätter, Zwiebel


Wichtige Inhaltsstoffe und ihre Wirkungen:

Ätherische Öle (u. a. appetit- und verdauungsanregend)

Lauchöle (entstehen aus schwefelhaltigen Alliinen)

Senfölglycoside (u. a. antibakteriell, durchblutungsfördernd, schleimlösend)

Schleimstoffe (u. a. entzündungshemmend)

Vitamin C (u. a. immunsystemstärkend)

 

Namensherkunft, Wissenswertes und Geschichtliches:

Der lateinische Name des Bärlauchs Allium ursinum leitet sich von alium für Knoblauch und ursus für Bär ab, also der Bärenlauch, was auch eine seiner volkstümlichen Bezeichnungen ist. Er wird so genannt, weil er eine der ersten essbaren Frühjahrspflanzen ist und auch gerne von Bären gefressen wird, wenn diese nach der langen Winterruhe wieder zu Kräften kommen müssen.

Früher wurde der Bärlauch auch zum Entwurmen eingesetzt, weswegen er manchmal auch noch Wurmkraut oder Wurmlauch genannt wird.

Junger Bärlauch im Frühling.
Junger Bärlauch im Frühling.

 Bärlauch und seine Verwendung in der Hausapotheke:

Der Bärlauch enthält Lauch- und Senföle. Diese helfen gegen Appetitlosigkeit und wirken positiv auf den Verdauungsapparat ein, was uns bei einem aus dem Gleichgewicht geratenen Magen und Darm zugute kommen kann. Er hat eine antibakterielle Wirkung und hilft, die Darmflora resistenter zu machen, ist dabei jedoch äußerst schonend gegenüber der Schleimhaut, da er Schleimstoffe besitzt, die Entzündungen vorbeugen. Die Senfölglycoside sorgen außerdem für eine bessere beziehungsweise gleichmäßigere Durchblutung, wovon Menschen mit Arterienverkalkungen und Bluthochdruck profitieren können. Weiterhin enthält er Vitamin C, was unser Immunsystem stärkt und dabei hilft, nach Erkältungen in den kalten Monaten wieder auf die Beine zu kommen.

 

Es empfiehlt sich daher, den Bärlauch in seiner kurzen Saison (März bis Mai) regelmäßig in den Ernährungsplan mit einzubauen und/oder für die spätere Verwendung eine Bärlauch-Tinktur anzusetzen.


Bärlauch-Tinktur gegen Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen und für eine bessere Durchblutung und Stärkung des Immunsystems:

Für eine Bärlauch-Tinktur werden die frischen Blätter der Pflanze verwendet. Man befüllt dazu ein sauberes Glas zu 1/3 mit frisch geschnittenen Bärlauchblättern und füllt es mit mindestens 38%-igem Alkohol auf. Nun wird das Glas verschlossen und der Tinktur-Ansatz darf bei Zimmertemperatur zwei bis drei Wochen ziehen. In den ersten Tagen ist es wichtig, dass das Glas täglich bewegt beziehungsweise geschüttelt wird. Nach Ablauf der drei Wochen kann die Tinktur filtriert (geht gut mit einem Kaffeefilter oder einem feinen Sieb), in eine dunkle Flasche abgefüllt (am besten eine Apothekenflasche aus Braunglas) und etikettiert (was wurde gemacht, wann wurde es gemacht) werden.

Bei den oben genannten Krankheitsbildern können nun als Kur für eine Dauer von bis zu sechs Wochen täglich bis zu 15 Tropfen (mit Wasser verdünnt) eingenommen werden.

 Bärlauch in der Ernährung:

Am bekanntesten ist der Bärlauch heutzutage wegen seiner kulinarischen Bedeutung. Meistens werden dafür die Blätter verwendet, welche ein stark knoblauchartiges Aroma haben. Generell wird der Bärlauch von Menschen mit empfindlichen Mägen jedoch oft besser vertragen als Knoblauch. Er bietet vielfältige Verwendungsmöglichkeiten in der Küche, beispielsweise als Beigabe in Kräuterbutter, Quark, Brotaufstrichen, Salaten oder Suppen (zum Beispiel in der traditionellen Gründonnerstagssuppe).

Am besten verwendet man ihn frisch, dazu kann er bis zu zwei Tage im Kühlschrank (in einem verschlossenem Gefrierbeutel mit angefeuchtetem Küchenpapier) aufbewahrt werden. Für Speisen, die stark erhitzt werden oder als getrocknetes Kraut eignet er sich weniger, da sich seine aromatischen Öle dadurch schnell verflüchtigen. Auch das Einfrieren ist nicht ideal. Haltbar machen lässt er sich am besten in Form von Pesto, Würzöl oder Gewürzsalz.


 Der Bärlauch und seine giftigen Doppelgänger:

Viele scheuen sich vor dem Sammeln des Bärlauchs, da er einige Doppelgänger mit Giftwirkung hat. Dazu zählen das Maiglöckchen, die Herbstzeitlose und der Aronstab. Bei letzterem sehen zum Beispiel die jungen, aus dem Boden sprießenden Blätter denen des Bärlauchs sehr ähnlich.

 

Unten stehend habe ich euch die wichtigsten Unterschiede zusammengefasst. Trotzdem gilt natürlich, eine Pflanze in jedem Fall stehen zu lassen, wenn man sich nicht zu 100% sicher ist. Nach dem Prinzip den Bärlauch erkennt man immer am Knoblauch-Geruch“ würde ich nicht ausschließlich gehen. Sind schon ein paar Bärlauch-Blätter gesammelt und riechen die Finger danach, riecht anschließend jede andere, geerntete Pflanze auch so.

 

 Deswegen: Mit mehreren Sinnen sammeln! Wie fühlen sich die Pflanzenteile an? Wie sehen sie aus? Und: Passt der Standort auch zum Bärlauch? Gute Bestimmungsbücher mit detaillierten Zeichnungen, Fotos und Beschreibungen helfen hier auf jeden Fall weiter.

Der giftige Aronstab (links) und der Bärlauch (rechts) können sehr nah beieinander wachsen.
Der giftige Aronstab (links) und der Bärlauch (rechts) können sehr nah beieinander wachsen.

Die wichtigsten Unterschiede zu Maiglöckchen, Herbstzeitlose und Aronstab: 

Unterschied zu Maiglöckchen (giftig): Blätter vom Maiglöckchen fühlen sich fester an und umfassen einen Stängel (beim Bärlauch hat jedes Blatt seinen eigenen)

Unterschied zur Herbstzeitlose (giftig):  Blätter sind ebenfalls viel fester/fleischig und haben keinen Stängel

Unterschied zum Gefleckten Aronstab (giftig): Blätter vom Aronstab sind netznervig (beim Bärlauch parallelnervig) 

Kleine Bildergalerie zum Bärlauch (Fotos per Klick vergrößerbar)

Hinweis: Mein Wissensstand beruht auf selbst und von anderen erlerntem Wissen und persönlichen Erfahrungswerten. Er ersetzt jedoch nicht den Gang zu Ärzt:innen, Apotheker:innen und Mediziner:innen.